Das Land des Laechelns
In Bangkok gelandet, wieder einmal den Immigrationsprozess durchlaufen und auf der Suche nach einem fahrbaren und guenstigen Untersatz, der mich in die Stadt bringen wuerde, lief ich Summer zufaellig in die Arme. Sie hatte schon ein Hostel gebucht, ich hatte mich wieder fuer das altbewaehrte “Rumlaufen-und-Fragen” entschieden.
Wir trennten uns also mit dem festen Entschluss zusammen Shoppingtouren zu unternehmen. Den ersten Bus, der in die Stadt ging, verpasste ich, da ich meine Banknoten erst in Muenzen zerkleinern musste. Ein freundlicher junger Mann fuehrte mich dann zu zwei verschiedenen anderen Bussen, setzte mich hinein, fuhr selber auch mit und ich konnte kein einziges der Schriftzeichen auf dem Bus entziffern. Nichts war in kyrillischen Buchstaben ausgeschrieben und ich fuehlte mich etwas hilflos. Nach kurzem Bangen und Unverstaendigung mit dem netten jungen Herrn, kamen wir an einen Busbahnhof, von dem aus der naechste Bus zur Touristenmeile, der Kao San Road abfahren sollte. Ich wurde in den naechsten Kleintransporter gesetzt, der nach stundenlanger Warterei endlich losfuhr und ich tatsaechlich eine Stunde spaeter auf besagter Strasse ankam.
Nach einer halben Stunde hatte ich ein super schoenes guenstiges Hostel gefunden, in dem ich fuer 3 Euro ein Einzelzimmer bekam. In dem Viertel um Kao San Road herum herrschte reges treiben, an jeder Ecke konnte man sich mit Pad Thai fuer 40 cent den Magen vollschlagen, ab 8 Uhr abends gab es Cocktails in Eimern zu kaufen und sowohl tagzueber, als auch nachts war ein Kleidermarkt, auf dem man Replikate aller Marken erwerben konnte. Am zweiten Tag entschloss sich Summer zu mir ins Hostel zu ziehen und wir verbrachten die naechsten Tage zusammen. Wir besuchten mit thailaendieschen Freunden von ihr den Gran Palace und den Wat Po Tempel, fuhren Tuk Tuk zusammen und probierten die Vielfalt thailaendischer Spezialitaeten. Abends gingen wir direkt vor unserer Tuer feiern, lernten viele Backpacker kennen und mussten uns aber nach drei Tagen schon wieder voneinander trennen, denn Summer hatte ihren Flug nach Phuket schon gebucht.
Ich war immer noch am ueberlegen, ob ich nach Koh Phangan an die Ostkueste fahren sollte, wo eine am Wochenende eine Fullmoonparty stattfand, oder ob ich Koh Phi Phi, eine Insel an der Westkueste bereisen sollte. Nach langem Hin- und Her entschied ich mich fuer Koh Phi Phi, mehr Ruhe und hoeheres Risiko auf Regen.
Die Busfahrt dauerte unerwartete 24 Stunden mit einigem Umsteigen und oefterm Warten in der Pampa. Endlich erreichte ich die Insel, wo Summer, die von Phuket enttaeuscht worden war und auf die Insel gefluechtet war, schon im Hostel auf mich wartete. Wir teilten uns das Zimmer mit netten Leuten, gingen abends zusammen aus, genossen tagsueber Strand, Sonne, keinen Regen und vorzuegliches thailaendisches Essen bei unserem, zum Schluss, Stammrestaurant.
Die ersten zwei Tage war es relativ ruhig auf Koh Phi Phi, die Nebensaison machte sich bemerkbar. Doch am dritten Tag kam ein Ansturm. Alle Backpacker und Partymaeuse schienen ihren Weg von Koh Phangan in den Suedwesten gefunden zu haben. Unser Dormroom fuellte sich, die Strassen und der Strand ebenfalls.
Abends verteilten wir fuer eine Bar flyer auf der Strasse,bekamen dafuer ein wenig Geld, den ganzen Abend freien Alkohol, hatten einen Heidenspass und lernten fast alle Touristen und Inselbewohner kennen.
Tagsueber machte ich mich entweder alleine auf Erkundungstour oder ich schloss mich einer Gruppe an, die sich immer aus Bewohnern unseres Zimmers zusammenstellte und taeglich variierte und mit neuen Unternehmungen loszog.
Obwohl ich zu beginn nur zwei Tage bleiben wollte, konnte ich mich nicht vor der fuenften Nacht in dem suessen Hostel, das auf einen Fels gebaut war, lossagen und musste mir selbst richtig Druck machen weiter zu reisen. Auf Koh Phi Phi liess ich wieder einmal viele liebgewonnene Leute, aber doch an der Oberflaeche gebliebene Beziehungen zurueck und machte mich an einem stuermischen Morgen auf nach Kuala Lumpur.