Red Center
Gut gelandet und zu geizig 15 Dollar fuer einen Airportshuttle auszugeben, fragte ich nach einer Mitfahrgelegenheit und wurde sofort mitgenommen. Ich traf mich mit Cedar und Marie in der Innenstadt, wir kreeirten unsere eigenen Sandwiches und liefen durch Alice Springs, einer kleinen, ziemlich uninteressanten Stadt, mitten in der Wueste.
Im Stadtkern sind viele Aborigines anzutreffen, meistens unter Drogen- und oder Alkoholeinfluss. Das gute an Alice Springs es ist immer angenehm warm, regnet so gut wie nie und man kann sich schlecht verlaufen.
Eine ehemalige Lehrerin Cedars bot uns ihr Gaestezimmer an. Die meiste Zeit hatten wir sogar die komplette Wohnung fuer uns, da sie arbeitete oder bei ihrem Freund war.
Am naechsten Morgen holten wir unseren, diesmal schon im Vorraus reservierten Van ab. Er hiess Duff und war einer der beruehmt, beruechtigeten, alten Schuesseln, mit denen Backpacker durch Australien gurken. Graffities von Homer Simpson mit seinem Bierkrug in der Hand zierten die Blechkarosse, in der sich drei Betten, eine Campingkueche, ein CD Player, Tische und Stuehle versteckten. Vollgetankt und beladen mit Verpflegung traten wir unsere Outbacktour an. Nun wirklich das erste Mal hinterm Steuer auf der rechten Seite. Ein, zwei Abzweigungen und schon befanden wir uns nicht mehr in Alice Springs, sondern auf dem Highway, mitten im Nichts. Vor uns breitete sich weite, sandige, rote und bebuschte Ebene aus. Schnurgerade schien die Strasse bis ans Ende der Welt zu fuehren. Easy driving koennte man das nennen, oder aber hoechste Konzentration bei dem Versuch nicht einzuschlafen. Doch das Problem bestand nicht wirklich mit zwei giggelnden Girlies neben mir. Wir hatten riesen Spass, obwohl die eine melancholische und einzige CD, die wir dabei hatten nicht viel Abwechslung bot. Ab und zu sorgten jedoch Kangaroos, Kamele und andere Tiere fuer Aufregung. Kurz nach Einbruch der Daemmerung fanden wir einen freien Campingplatz, machten uns es in unserem Van gemuetlich und fielen bald in tiefen Schlaf.
Fuer den naechsten Tag war der Besuch des weltberuehmten Uluru, oder Ayers Rock, einer heiligen Staette fuer die Aborigines vorgesehen. Mittagspause machte wir in dem nahegelegenen Resort und brachen nachmittags zum Basewalk um den schlafenden Riesen, wie ihn Cedar nannte, auf. Es war beeindruckend, wie er im Herumgehen seine Farben aenderte, wieviele Formen und Gesichter man in ihm finden konnte und wenn man dem Wind lauschte, was er einem erzaehlte.
Bloss um ein paar Minuten verpassten wir den Sonnenuntergang am Sunset Outlook. Trotzdem hatten wir einen eindrucksvollen Tag hinter uns. Gemuetlich sassen wir abends beim Grill zusammen, riefen unsere Muetter an, denn es war Muttertag und wir hatten uns viel zu erzaehlen, besonders Cedar und ich, die wir uns 4 Jahre nicht gesehen und nur selten gesprochen hatten.
Zwei Dinge standen in den naechsten zwei Tagen noch an und eine weite Strecke lag noch vor uns.
Die Olgas, auch eine heilige Staette der Aborigines und der Kingscanyon, ganze 300 Kilometer davon entfernt.
An jedem dieser Orte machten wir Wanderungen, sogen die ganze Maechtigkeit und Ewigkeit der Zeit in uns auf und genossen die gemeinsamen Momente der Stille, der atemberaubenden Aussichten.
Diese Erfahrungen sind sehr schwer in Worte zu fassen, denn es ist nicht das Gleiche es nur durch Worte versuchen zu erfassen oder die eigenen Impressionen von dort mitzunehmen.
Zurueck in Alice Springs machten wir noch einen Ausflug zum einskalten Wasserloch, das Cedar und ich komplett durchschwammen, goennten uns noch zwei nette Abende zu dritt, dann verliess uns Cedar, denn sie musste zurueck nach Sydney. Marie und ich blieben noch zwei weitere Tage, bis unser Flug nach Brisbane ging.