Brisbane nach Sydney

Posted in Australien by Aila on Juli 13th, 2008

Brisbane, welcome in Brisbane. Und ins naechstbeste Hostel, das von dem Wort Qualitaet nicht viel gehoert hatte.
Wir blieben aber nur drei naechte, machten uns dann auf gen Sueden, diesmal die Ostkueste abwaerts.
Wieder hatten wir uns einen Wickedvan gemietet. Er hiess Shazam und hatte eigenartige Comicgestalten auf seiner Aussenseite. Mit ihm konnten wir uns nicht so gut identifizieren, wie mit Duff. Anstatt des Spruches: Alcohol - the cause of and solution to all my problems, der die Hintertuer Duffs zierte, prangten jetzt die Worte: When we talk to god we are praying, when god talks to us we are scizophrenic.
Naja, auch er begleitete uns zuverlaessig und liebevoll die naechsten zwei Wochen. Unsere erste Station war Surfers Paradise.
Dort wohnte eine Bekannte Josyphs, ebenfalls eine Kolumbianerin, wie er selbst, die uns anbot in ihrer WG zu schlafen.
In einem Apartment, das fuer vier Bewohner vorgesehen war, mitten im Zentrum der touristischen, Las Vegas aehnlichen Stadt, waren sieben Leute untergebracht, so dass der Mietpreis fuer jeden einzelnen ertraeglich wurde.
Es waren sehr lustige zwei Tage. Wir gingen gemeinsam Salsa tanzen, kochten, lachten viel, sahen Filme. Uns standen sogar Sauna und Swimmingpool in dem Building zu Verfuegung.
Naechste Station war noch einmal Byron Bay, das uns dieses Mal in einem ganz anderen Licht erschien. Lebendig, entspannt mit suessen Cafes, Strand, Waerme und netten Leuten. Unseren Bus durften wir im Hinterhof einer WG parken, die aber gleichzeitig so etwas wie ein Hostel war. Hauptsaechlich waren dort reisende Surfer untergekommen, die einige Wochen in Byron Bay blieben, nicht aber in den normalen, gross organisierten Hostels wohnen wollten, sondern etwas familiaeres bevorzugten.
In der Zwischenzeit hatten wir Soeren, Anne und Vera kontaktiert, um zu wissen wo sie sich drei Wochen nach userer Trennung aufhielten, denn urspruenglich hatten sie vor in Brisbane Arbeit zu suchen und ihren Kontostand wieder aufzubessern.
Etwas beschaemt gestanden sie, dass sie immer noch in Nimbin waren und noch nicht losgekommen seien. Marie und ich statteten ihnen also einen naechtlichen Ueberraschungsbesuch ab, zumal Maries Geburtstag vor der Tuer stand.
Die drei waren auf einen anderen Zeltplatz umgezogen, der noch relaxter war, wo jeder Tag einfach ungeplant gelebt wurde der Alltag der einer Kommune glich. Alles friedlich…:) Naja, es gab auch dort Zwist.
Abends brachen wir zu einer Buschparty auf, die nur zwei Doerfer weiter stattfinden sollte. Drei Autos waren voll bepackt.
Als erstes verloren wir ein Auto, dann war ploetzlich die Tanknadel eines anderen Autos bedrohlich weit im roten Bereich und weit und breit keine Tankstelle. Endlich machten wir uns aber doch auf den Weg, alle zusammen, mit leerem Tank und fuhren und fuhren und kein Dorf in Sicht. Nach einer dreiviertel Stunde durchkreuzten wir schliesslich das erste dorf und mir schwante, dass wir weitere 45 Minuten vor uns hatten. Doch ich hatte mich getaeuscht und wir erreichten unser Ziel ziemlich schnell. Es stellte sich jedoch heraus, dass die Party 20 Dollar Eintritt kostete und nur noch eine Stunde lang gehen wuerde.
Allgemeine Uneinigkeit endete schliesslich im Pub gegenueber, bei Bier und Billard und um Mitternacht einem Staendchen fuer Marie.
Zurueck in Nimbin verabschiedeten wir uns, suchten uns einen Schlafplatz mit Shazah. Frueh morgens wurden wir von der Kaelte geweckt und machten uns auf die Suche nach einem Kaffee. Aufgrund Maries Geburtstages bekamen wir umsonst Kuchen und Muffins. Wir schluerften unsere Morgengetraenke, brachen auf zurueck nach Byron Bay, nahmen um zwei mittags unser Fruehstueck ein und setzten noch am gleichen Tag unsere Reise fort.
Diese fuehrte nach Bellingen, einem suessen Oertchen, in dem wir die Nacht wieder einmal am Strassenrand verbrachten, weiter ueber wunderschoene, gruene, bergige Landstriche, die ans Allgaeu erinnerten, eigentlich aber Regenwaldgebiete waren, weiter nach Armidale. Wir hatten uns kurzfristig entschieden die Kuestenstrecke zu verlassen und useren Weg uebers Innland fort zu setzen. Ab Armidale wandelte sich die Landschaft ploetzlich in karge Hochebene mit Mooren und abgestorbenen Baeumen, dann zu Schafweidenlandschaft und bewaldeten Gebieten.
Auf einer Strecke von 400 Kilometern ueber Land kamen wir an zwei Orten vorbei. Und Ort heisst hier eine Tankstelle, ein Shop und drei Haeuser.
Unser naechstes Ziel war Maitland, wo wir bei einer Freundin von Crams unterkamen, die wir schon zuvor in Canberra kennen gelernt hatten. Ich war so gluecklich dort anzukommen und ein Bett zu haben, denn ich war in der Zwischenzeit krank geworden und hatte mir eine Grippe zugezogen. Die Folgetage verbrachte ich hauptsaechlich mit Halstuch und Schniefnase im Bett und vorm Fernseher.
Es tat sehr gut etwas zu entspannen, doch je naeher wir nach Sydney kamen, desto kaelter wurde es. Es war wirklich Winter geworden. Das letzte Stueck unseres Weges von Maitland nach Sydney legten wir innerhalb eines Tages zurueck. Gluecklicherweise hatten wir schon eine Unterkunft in einer WG gefunden, denn wir wollten Josyph, der in der Zwischenzeit umgezogen war, nicht zur Last fallen und gleichzeitig wollten wir Unabhaengigkeit.

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